Oster-Rundbrief 2011

von Schwester Karoline Mayer. Mehrmals jährlich schickt sie an die Freunde und Unterstützer in Europa einen Rundbrief, in dem sie über die letzten Ereignisse in den Stiftungen von Chile, Bolivien und Peru berichtet.

Download des Osterrundbriefs 2011 als pdf-Datei

"Jesus will heute auferstehen
Unter den Armen unserer Welt"

Osterzeit 2011

Unsere lieben Freunde,

"Que linda es la vida!" - "Wie schön ist das Leben!", rief Jorge Fernández aus, als wir vor 14 Tagen auf unserer Rückreise von Cusco in Alto La Paz aus dem Flugzeug stiegen und uns auf 4.100 Meter Höhe die schneegekrönten Königskordillere und ein strahlend blauer Himmeln empfingen. Der Ausruf kam aus einem Herzen, dass übervoll war mit den Erfahrungen der vergangenen Tage.

Miteinander hatten wir erlebt, wie die Fundación Cristo Vive Perú wächst. Die Begegnung mit den Frauen und Kindern im Frauenhaus Sonqo Wasi, der Besuch des Kindergartens und der Familien auf dem Dorf Yuncaypata, der Bau des neuen Frauenhauses und das Treffen mit dem Vorstand FCVP hatten unsere Tage ausgefüllt. Kurz nach 5 Uhr morgens waren wir noch zur ehrwürdigen Kathedrale von Cusco geeilt, um mit dem gläubigen Volk, seinen innigen Liedern und Gebeten die Messe in Quetchua zu feiern.

Jorges Anliegen ist, die Stiftungen CRISTO VIVE Perú, Bolivien, Chile, Deutschland und Schweiz zu vernetzen. Deshalb wird er auch zu der nächsten Mitgliederversammlung von CRISTO VIVE EUROPA nach Würzburg kommen.

Zum ersten Mal war er in Februar auch mit uns in CRISTO VIVE BOLIVIA und hat erlebt, wie unser Werk dort gewachsen ist. Im Beisein unserer Luxemburger Freunde "Niños de la Tierra" Fernande und Michel Schaack und mit viel Volk haben wir in Tirani den wunderschönen Kindergarten Chaska (Stern) eingeweiht, in dem jetzt schon 70 fröhliche Kinder betreut werden. Wer hätte gedacht, dass die so fürchterlich schüchternen Quetchuakinder sich so schnell bei uns wohlfühlen würden? Unsere Freude sind auch ihre Mütter, denn wir sehen, dass sie und ihre Kinder durch unseren erzieherischen Dienst langsam ein besseres Leben haben, neue Horizonte entdecken und Vertrauen schenken. Indirekt bekämpfen wir so auch den Alkoholismus, an dem 70 Prozent der Familien von Tirani leiden.

Die Luxemburger Pfadfinder und "Andamos" haben uns ihre Osterferien geschenkt, um den Fortschritt unserer Arbeit mit den Jugendlichen in der Berufsschule Sayarinapaj zu sehen und die Ausbildung der Mütter zu begleiten. Anfang April konnten 28 SchülerInnen ihr staatlich anerkanntes Diplom als Handwerker in Empfang nehmen. Mehr als die Hälfte hat inzwischen Arbeit... Die Schule hat dieses Jahr rund 240 SchülerInnen. Davon kommen 40 aus den ärmsten Gegenden Boliviens und leben bei uns im Internat, das sie "Musuj Kanchay" (neues Licht) getauft haben. Eine Reihe von diesen Schülern werden ihre Ausbildung Ende dieses Jahres abschließen und haben große Pläne. Sie wollen in ihre armen Dörfer zurückkehren, um dort mitzuarbeiten am Aufbau einer Berufsschule oder bei der Fortentwicklung ihrer Gegend. Rosita - sie lernt Kindergärtnerin - möchte nach Rückkehr in ihr Dorf einen kleinen Kindergarten aufbauen. Diese jugen Leute beginnen bereits, sich darauf vorzubereiten und können mit Nicola Wiebes Beistand rechnen.

Wie ihr, liebe Freunde, wisst, sind Gabi und Charly Braun (Vorstand CRISTO VIVE EUROPA) seit Februar in Cochabamba und haben sich dort längst eingearbeitet, sodass ich nur staunen kann. Sie werden euch im Juli nach ihrer Rückkehr viel besser vermitteln können, was sich da so alles tut mit EURER UNTERSTÜTZUNG, denn ohne euren solidarischen Beistand wäre unser Einsatz in der Form nicht möglich: Wie ihr seht, arbeiten wir immer mit euch zusammen am Bau des Reiches Gottes unter den Armen.

In Chile kämpfen wir weiter mit der Regierung um die Finanzierung der Handwerksausbildung unserer jungen Menschen. Außerdem wollen wir, dass diese berufliche Ausbildung vom Erziehungsministerium anerkannt wird. Das ist weiterhin ein Kreuzweg. Aber wir werden nicht aufgeben. Wir sind uns auch bewusst, dass es notwendig ist, unsere Lehrpläne und -methoden zu verbessern und unsere Ausbilder und Lehrer fortzubilden. Wer von euch, liebe Freunde, könnte uns dabei helfen?

Ansonsten sind unsere Mitarbeiter im Dienst in den Kindertagesstätten, Rehazentren für Drogenabhängige und in den Gesundheitszentren voll im Einsatz. Dabei helfen uns 25 junge deutsche Freiwillige, begleitet von unseren Freundin Helga Langhagen.

Die Überlegungen zum Fortgang der Fundación CRISTO VIVE in den nächsten 20 Jahren gehen weiter. Ein Komitee unter Jorge Fernández Leitung arbeitet daran. Am vergangenen 12. März haben wir alle angestellten und freiwilligen Mitarbeiter und Freunde zu einem Treffen eingeladen, um mit dem Vorstand Standort zu bestimmen und über die Zukunft von CRISTO VIVE nachzudenken.

Viele Anregungen wurden gegeben, die nun ausgewertet werden. Ich wünsche mir eine große "Comunidad CRISTO VIVE", die von vielen kleinen Basisgemeinschaften getragen wird und unseren Dienst der Liebe unter den Armen verwurzeln...

Unsere lieben Freunde, in Jesu Nachfolge gehören Schmerz und Abschied zu unserem Leben ebenso wie die österliche Botschaft der Freude und Auferstehung. In den vergangenen neun Monaten sind hier in CRISTO VIVE Chile drei unserer Patriarchen: Dr. Paul Frings, Architekt Mario Peréz de Arce und Dr. Kardiologe Jorge Ahumada heimgegangen, und in Deutschland sind unseren geliebten Freunde Pfarrer Dietrich Koller und Ehrenvorstand CVE Werner Blieske in die Herrlichkeit unseres Gottes eingegangen. Aber im Glaube bleiben wir für immer mit ihnen vebunden.

In Cusco hatte ich ein langes, schmerzerfülltes Gespräch mit den fünf Frauen, die zur Zeit mit ihren Kindern in Sonqo Wasi leben. Zum Schluss, während einige sich noch die Tränen abwischten, wurden wir von Cristina unterbrochen, die uns fröhlich einen großen Krug heißen süßen Stengel-Sellerie-Tees brachte. Sie erzählte, dass sie auf dem Markt gehört hatte, dass ich zu Besuch da war, und wollte mich grüßen. Ana Maria, die Leiterin des Frauenhauses, stellte Cristina als Ehemalige vor und sagte ihr zugewandt: "Vielleicht haben wir nicht genug für dich getan." Da kam wie geschossen aus Cristinas Mund die Antwort: "Ustedes hicieron lo máximo por mi!" (Ihr habt das Höchste für mich getan.) Ich musste meine Tränen bezwingen, während Cristina den Frauen ihren Weg zurück in ein glücklicheres Leben beschrieb.

Unsere lieben Freunde, ihr wisst, ohne euch könnten wir diesen österlichen Dienst nicht tun. Ich wüsnche euch und uns, dass wir wie die Emausjünger von neuem den Auferstandenen im Teilen des Brotes erfahren.

Von Herzen umarmt euch

PS: Wie in den vergangenen Jahren, gehe ich bald wieder auf "Missionsreise" nach Europa, zunächst am 12. Mai in die Schweiz, dann nach Deutschland zur Mitgliederversammlung in Würzburg und zum Kirchentag in Dresden. Unsere liebe Freundin Annemarie Schuster hat mit viel Mühe den Terminplan wie einen Rosenkrank eingefädelt. Am 27. Juni bin ich zurück in Chile.

Zur Erinnerung unsere Anschrift und Konto:

"Cristo Vive Europa e.V."
Hallertauer Volksbank e.G. Manching
Kontonummer: 9670068
BLZ: 72191600

Mehr Informationen: Karoline Mayer Casilla 2943,
Santiago de Chile
Tel: 0056-2-6255243,
karoline@fundacioncristovive.cl
Zuhause:0056-2-6212003

www.cristovive.de
www.fundacioncristovive.cl
www.bolivienprojekt.de



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