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Der gemeinnützige Verein "Cristo Vive Europa - Partner Lateinamerikas"

  • unterstützt die von Schwester Karoline Mayer in Chile, Bolivien und Peru errichtete Fundación Cristo Vive für Menschen in Armut und koordiniert die Hilfe europaweit.
  • Er entsendet im Rahmen des "Weltwärts"- Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)Freiwillige nach Chile und Bolivien und ist Träger des "anderen Dienstes im Ausland" für Zivildienstleistende.
  • Der Verein sammelt Spenden und vermittelt Patenschaften für einzelne Projekte.

Zum Vormerken:

Das nächste Jahrestreffen mit Mitgliederversammlung findet am 2./3. Juni 2012 in der Jugendbildungsstätte in Würzburg statt.

Spendenbescheinigung

Wir bemühen uns, innerhalb von drei Monaten den Spendern eine Bescheinigung zukommen zu lassen. Diese Bestätigung können wir aber nur zusenden, wenn wir die vollständige Anschrift des Spenders haben.

Assistentin für Schwester Karoline
Mein Beitrag zur Finanzierung


Unsere Schweizer Freunde haben einen eigenen Unterstützungsverein gegründet.
Siehe: www.fcvschweiz.ch
Präsidentin:
Franziska Hildebrand Alberti
Grundhofstr. 1
CH-8704 Herrliberg
Tel.: +41 44 2532986
+41 78 8438387
hildebrand@pe-org-entwicklung.ch

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Winter-Rundbrief 2011

von Schwester Karoline Mayer. Mehrmals jährlich schickt sie an die Freunde und Unterstützer in Europa einen Rundbrief, in dem sie über die letzten Ereignisse in den Stiftungen von Chile, Bolivien und Peru berichtet.

Download des Adventsrundbriefs 2011 als pdf-Datei

"In Jesus sehen wir Gott in jedem Menschen verborgen"

Advent 2011

Unsere lieben Freunde,

vor meinem Fenster sehe ich die üppig reifenden Aprikosen auf den Bäumen, die wir vor 20 Jahren mit euren Spenden an den Straßenrändern gepflanzt haben: Die köstlichen Früchte sind wie ein Weihnachtsgeschenk an die Pobladores, ebenso wie eure langjährige Freundschaft und die Unterstützung, die es uns bis heute ermöglichen, mit den nötigen finanziellen Mitteln und all unseren Kräften den Menschen in ihren Nöten beizustehen. Das tun wir zusammen mit euch und unseren mehr als 500 Mitarbeitern und Freiwilligen in Chile, Bolivien und Perú. Immer geht es darum, zuerst den Allerärmsten, soweit wir können, beizustehen. Mit all unseren Diensten wollen wir Elend und Armut überwinden, damit die Bedürftigen und Ausgegrenzten in Würde leben können. Wir möchten, dass die Armen durch unsere Liebe und Hingabe Gottes unendliche Liebe erfahren und das Geheimnis der Heiligen Nacht entdecken. Dass wir durch Gottes Menschwerdung in Jesu alle Geschwister sind - alle ebenbürtige Kinder Gottes!

Wie sehr wünsche ich, dass diese Botschaft die Herzen aller Menschen erreiche, während ich jeden Tag versuche, sie durch mein Leben weiterzugeben.

Fast bei jeder unserer Schulabschlussfeiern ermutige ich die jungen frischgebackenen Handwerker aus den Armenvierteln, die großen Träume und Potenziale zu entdecken, die Gott in ihre Herzen hineingelegt hat. Und ich fordere sie heraus, diese in ihrem Leben zu verwirklichen - dann klatschen sie kräftig. Aber wenn ich ihnen in die Augen schaue, sehe ich, wie schwer es ihnen fällt, daran zu glauben. Viele von ihnen haben von Kindheit an ein Unmaß an Demütigung und Ausgrenzung erfahren. Aber ich werde nicht aufgeben zu kämpfen, dass diese Botschaft bei ihnen ankommt. Vielleicht fällt es manchmal auch uns schwer, an Gottes Licht in uns und an seine bedingungslose Liebe zu jedem von uns zu glauben?

Vor 14 Tagen hatten unsere rund 400 Mitarbeiter hier in Chile ihren lang vorbereiteten Betriebsausflug. Sara Rivera, die Leiterin unseres Drogenrehazentrums Talita Kum, kam erschöpft aber glücklich erst am Nachmittag dazu. Sie erzählte mir, dass sie tief im Herzen gespürt hatte, Einspruch gegen das Urteil eines Richters erheben zu müssen, obwohl ihr Unterfangen aussichtslos erschien: Sergio, einer unserer Patienten, der bereits über ein Jahr keine Drogen mehr nahm, war überraschend verhaftet und wegen Drogenhandel zu fünf Jahren und einem Tag Gefängnis verurteilt worden.

Sara und die Mitarbeiter von Talita Kum hatten sofort die Unterlagen von Sergios Therapien überprüft und feststellen können, dass er sich in den vergangenen Monaten fast nur zwischen dem Haus seiner Mutter und Talita Kum bewegt hatte. Keine anderen Kontakte konnten festgestellt werden. So war unser Team überzeugt, dass es sich um falsche Anschuldigungen handeln musste. Sara trat vor den Richter und stellte ihm die Arbeit von Talita Kum vor, die mit Sergio therapeutisch gemacht worden war, um ihm beizustehen, sich von den Drogen zu befreien und sich als aufrechter Mensch wieder in die Gesellschaft eingliedern zu können. Auch wie er in Talita Kum gelernt hatte zu arbeiten, um sich in Würde seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Plötzlich forderte der Richter Sara auf, ihm in die Augen zu schauen und ihm zu versichern, dass Sergio unschuldig ist. Sara schaute dem Richter in die Augen und antwortete ihm, dass sie nicht vor ihn getreten wäre, wenn sie sich dessen nicht ganz sicher wäre. Daraufhin verkündete der Richter den Freispruch mit der Klausel, dass er ihn weiter im Auge behalten wolle und er sich deswegen einmal im Monat melden müsse. Sergio und seine Mutter waren überglücklich.

Für Sara war es wie ein Wunder. Der Richter bat Sara, ihm mehr über die Dienste der Fundación Cristo Vive zu berichten. Zum Schluss bemerkte er, welch gute Erfahrung diese Sitzung für ihn war und wie wichtig es wäre, dass die Rechtsprechung mehr mit solchen Diensten zusammenarbeite für eine gerechtere und bessere Gesellschaft.

Unter der Leitung von Sara werden rund 100 junge drogenabhängige Frauen und Männer ambulant im Reha-Zentrum Talita Kum betreut. Wir sind froh, weil die zuständige staatliche Behörde die volle Finanzierung des Zentrums für nächstes Jahr bereits zugesagt hat, ebenso für die 25 straffälligen und drogenabhängigen Kinder und Jugendlichen (zwischen 13 und 17 Jahren) im "Talita Kum Joven" (jung), die uns von den Jugendrichtern überwiesen werden.

Vor allem unsere Mitarbeiter der Verwaltung und Buchhaltung freuen sich über solche Zusagen - ihren voran Sara López (auch sie heißt "Sara"), die das Team seit 22 Jahren leitet und die unsere häufigen finanziellen Engpässe und Nöte in den vergangenen Jahren mitdurchgestanden hat.

Um uns auszutauschen und uns gegenseitig zu ermutigen, treffen wir uns als Team einmal im Monat. Beim letzten Treffen erzählte Carol, unsere Sekretärin, dass sie etwas Besonderes erlebt hat. Unsere Mitschwester Teresa hatte sie um Hilfe gebeten für die fünf Familien, die bei einem Brand ihr Hab und Gut verloren haben. In unserem Lager war genug Kleidung und Wäsche vorhanden und sogar ein paar Möbel, aber leider keine Matrazen, die mit am dringendsten benötigt wurden. Deshalb waren sie ein wenig traurig. Zurück am Schreibtisch erhielt sie plötzlich einen Anruf von einer Möbelfirma, ob die Fundación Cristo Vive Sachspenden annehme, es wären nämlich neun Matrazen in ihrem Lager, die sie nicht mehr verkaufen könnten, da sie ein wenig verstaubt seien oder die Plastikhülle eingerissen wäre. Es war genau die benötigte Anzahl von Matratzen! Carol konnte es fast nicht glauben, aber sie hatte das Gefühl, dass das nur ein Wunder sein konnte: Welch ein Glück für die betroffenen Familien! Während sie das erzählte, wischte sie sich verstohlen die Tränen aus den Augen.

Unsere lieben Freunde, ich weiß nicht, ob ihr das verstehen könnt, aber wir leben hier ein wenig von diesen kleinen Wundern oder Fügungen. Gott weiß, dass wir ohne diese Zeichen Seiner Liebe - meistens durch Menschen gewirkt - oft nicht fähig wären, die Ohnmacht gegenüber dem Elend und Leid so vieler Menschen auszuhalten. Und immer staune ich, wie derlei Fügungen zustande kommen: die liebe Maruja meinte am Nachmittag des dritten Adventssonntages, es wäre gut nachzuschauen, wie es dem Wächter im Kindergarten Naciente geht. Da sieht sie in der Nähe des Kindergartens einen Familienvater, der den Müll des Armenviertels nach Brauchbarem (Karton, Flaschen und anderem) durchsucht. Sie grüßte ihn und fragte, ob er etwas Besonderes bräuchte. Er antwortete: "eigentlich nein - oder doch" und auf seine geschundenen Füße zeigend "vielleicht etwas an Schuhwerk." Maruja lud ihn ein, mit ihr in den Kindergarten zu kommen. Sie erinnerte sich, dass jemand während der Woche einen Sack mit Kleider oder Schuhen abgegeben hatte, der im Büro stehen musste. Da stand er auch, und als der Wächter ihn öffnete, erschien als erstes ein Paar fast neue feste Herrenschuhe - und beinahe unbegreiflich: sie waren wie angepasst!

Liebe Freunde, in diesem Jahr haben wir den Staat für unsere verschiedenen Dienste ordentlich zur Kasse bitten können, so dass der größere Anteil eurer Spenden nach Peru, vor allem aber nach Bolivien gegangen ist. Dort wachsen unsere verschiedene Dienste kräftig weiter. Darüber sind wir sehr froh und wir hoffen, dass es auch in den nächsten Jahren so weitergeht. Die große Überraschung war für uns in den vergangenen Monaten, dass die Arbeitsministerin Evelyn Matthei, nachdem sie unser Handwerksausbildungszentrum besucht und sich genau über Berufsausbildung informiert hatte, entschlossen ist, alle ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und ihren politischen Einfluss einsetzen will, um den Jugendlichen aus den Armenvierteln eine gediegene Ausbildung im Handwerk zu ermöglichen. Sie teilt mit uns die Überzeugung, dass diese Ausbildung in Zukunft vom Erziehungsministerium anerkannt werden muss, damit diese jungen Menschen sich mit ihrem Beruf identifizieren und einen Platz in der Arbeitswelt und der chilenischen Gesellschaft finden können.

Noch nie haben wir in Cristo Vive an dieser Stelle so viel Gehör und politischen Willen gefunden. Wenn wir dieses Ziel erreichen, wird sich Chiles Arbeitswelt und Wirtschaft verändern. In wenigen Jahren würden wir weniger Jugendkriminalität und Drogenabhängigkeit haben. Das wage ich zu sagen, weil ich täglich sehe, wie sich unsere Jugendlichen ohne Arbeit, Berufsausbildung und Zukunftsperspektiven auf den Straßen herumtreiben und Opfer von Drogenhändlern und Kriminellen werden. In diesen Tagen ist die Arbeitsministerin Matthei in Berlin bei unserer Freundin, der Ministerin Annette Schavan, um deutsche Unterstützung für ihr großes Projekt zu erbitten. Ich konnte vor drei Wochen per Telefon mit der Ministerin Schavan sprechen und ihr unser Anliegen vortragen. Jetzt sind wir voller Hoffnung und bestürmen außerdem Jesus, den Zimmermann von Nazareth, dass dieses Werk gelingt.

Eine große Prüfung ist für uns alle die schwere Erkrankung unseres Geschäftsführers (seit 2002) Fernando Massad, wie viele von euch schon wissen. Wir hatten grade im Juni seinen 50sten Geburtstag gefeiert. Nun kämpft er, unterstützt von vielen, vielen Gebeten und mit Hilfe der alternativen Medizin, gegen einen "unheilbaren" Gallenwegskrebs mit Metastasen in der Leber. Es bleibt uns nichts anderes, als auf Gottes liebende Hilfe zu vertrauen. In dieser schweren Zeit haben Maruja und ich ein wunderbares Geschenk erhalten: Angela Krumpen, meine geliebte Buchautorin hat uns eingeladen mit ihr, mit ihrer Schwester und ihren beiden kleinen Söhnen, den Spuren Jesu im Heiligen Land nachzugehen. Sieben Tage haben wir in Tagba verbracht, dem Ort der Brotvermehrung, in einem kleinen Holzhaus mit drei Stockbetten, wenige Meter vom See Genezareth entfernt. Bis heute kann ich diese Begegnung mit "Jesus vor Ort" noch nicht in Worte fassen. Aber ich habe dort an euch alle gedacht, denn ich spürte, wie uns Jesu Liebe verbindet und wir so miteinander das Brot und die Liebe vermehren.

Liebe Freunde, zusammen mit unseren Mitarbeitern in Chile, Bolivien und Perú möchten wir uns wieder mit euch in der Heiligen Nacht an der Krippe des Kindes von Bethlehem treffen. Wir wünschen euch und euren Lieben viel Freude und Liebe in diesen heiligen Tagen und ein gesegnetes Jahr 2012.

Von Herzen umarmt euch

Euere Karoline

Zur Erinnerung unsere Anschrift und Konto:

"Cristo Vive Europa e.V."
Hallertauer Volksbank e.G. Manching
Kontonummer: 9670068
BLZ: 72191600

Mehr Informationen: Karoline Mayer Casilla 2943,
Santiago de Chile
Tel: 0056-2-6255243,
karoline@fundacioncristovive.cl
Zuhause:0056-2-6212003

www.cristovive.de
www.fundacioncristovive.cl
www.bolivienprojekt.de