CRISTO VIVE EUROPA Partner Lateinamerikas e.V.

Mehrmals im Jahr
berichtet Karoline
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Weihnachts-Rundbrief 2012

und zu einem besseren Leben verholfen habt. Das ist für mich Gottesdienst. Nun bin ich auf dem Rückflug von Bolivien und möchte euch ein wenig berichten, was ich in den 10 Tagen gesehen habe: die beiden Kinder Ana und Mateo unserer Geschäftsführerin Nicola Wiebe, jetzt fast 6 Monate alt, wachsen und gedeihen prächtig zur Freude unser aller in CRISTO VIVE BOllVIA (10 Vorstandsmitglieder, 67 angestellte Mitarbeiter, 20 deutsche, luxemburgische und bolivianische Freiwillige). Wir können nur staunen, wie wunderbar Nicola ihre beiden Lebensaufgaben als Frau und Mutter und als Geschäftsführerin vereint.


Sie hat inzwischen ein tragfähiges Komitee von verantwortlichen Mitarbeitern, die sich kräftig zusammen mit ihren Teams in den Kindertagesstätten und Kulturzentren, ebenso wie in der Berufsschule, dem Schülerwohnheim und bei unseren alten Frauen von der Straße einsetzen. Dabei wachsen unsere Dienste ständig weiter. So ist nun Marfa Elena, die als Leiterin der Tagesstätte Musuj Muju und Sumaj Yachay eigentlich genug zu tun gehabt hätte, auf die Bitte der benachbarten ärmeren Bauernsiedlung Chocaya eingegangen und hat dort einen kleinen Kindergarten eröffnet. Total überrascht haben Maruja und mich bei unserem Besuch im September drei junge Frauen, die bei uns die Kindergärtnerinnenausbildung gemacht haben. Sie luden uns ein, den von ihnen neu gegründeten Kindergarten "Paso a Pasito" ("Schritt für Schrittchen") in einem anderen Dorf zu besuchen: hier können nun die Mütter unbeschwerter zu ihrer harten Arbeit auf die Felder gehen. Welch ein Idealismus! Maruja und ich - wir füh lten uns ins Jahr 1970 zurückversetzt, in unseren ersten Kindergarten Norita im Elendsviertel Areas Verdes.

Wieder hatten wir ein Treffen mit dem Direktor von Sedeges des Sozialamtes in Cochabamba, um erneut über staatliche Subventionen für unsere beiden Kindertagesstätten zu verhandeln. Es scheint, dass wir langsam vorankommen, auch wenn es zunächst nur ein kleiner Zuschuss ist, der wahrscheinlich viele Auflagen bedeuten wird. Ähnliche Gespräche führten wir mit dem Erziehungsministerium für unsere Berufsschule Sayarinapaj.

Uns geht es dabei vor allem darum, mit dem Staat zusammenzuarbeiten, um gerechtere politische Strukturen zu schaffen in der Bekämpfung der Armut und für die Bildung der Menschen. So arbeiten wir auch zusammen mit "Ärzte für die Dritte Welt" und der bolivianischen Organisation Voserdem, um ein Handwerksausbildungszentrum für junge Menschen im ärmsten Hochlandgebiet Norte Potosf aufzubauen.

Während meines Aufenthalts traf ich kurz unsere liebe Freundin Annette Kindler, die zur Zeit in Cusco in unserem Frauenhaus Sonqo Wasi lebt und für 3 Monate fest mitarbeitet. Hier wird ihre reiche berufliche Erfahrung ordentlich gefordert. Anita Maria und die Mitarbeiterinnen dort haben von der Stadtgemeinde Cusco einen Ehrenpreis und eine Spende für unseren Dienst erhalten. Das ist eine große Ermutigung.

Zurück in Chile gibt es auch hier viele gute Nachrichten, auch wenn wir weiter unseren geliebten Geschäftsführer Fernando vermissen und wir noch immer keinen Nachfolger gefunden haben. Aber umso mehr hat unser ehemaliger Geschäftsführer Jorge Fernandez (jetzt 75 Jahre alt) wieder Verantwortung übernommen und ein Exekutivkomitee gegründet zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Ernesto Vizcaya, Eduardo Ojeda, Gustavo Donoso, der Schriftführerin Michaela Balke und Daniel Tello, dem Verantwortlichen für Verwaltung und Buchhaltung. Das ist Gemeinschaftsarbeit, und so soll es auch in Zukunft bleiben.

Wir sind nämlich hier in einem Prozess der Neugründung. Bisher war ich die alleinige Gründerin der Stiftung CRISTO VIVE - nun werden wir eine Gründergemeinschaft von sieben Mitgliedern, die zusammen mit weiteren fünf Vorstandsmitgliedern, die Verantwortung für all unsere Dienste tragen wird. Ein Vorstandsmitglied soll von der Gemeinschaft der Mitarbeiter gewählt werden und ein weiteres von dem Freundeskreis CRISTO VIVE, den wir gerade gründen. Dafür hatten wir am 22 . November ein großes Treffen mit unseren alten und neuen Freunden, um sie zu diesem Abenteuer einzuladen. Zwischen jung und alt waren wir um die 250 Personen. Wir hoffen, dass wir so die FUNDACI6N CRISTO VIVE in vielen Herzen verankern können: es geht um den Dienst der liebe an den Armen, es geht aber auch darum, die Ursachen der Armut und des Elends zu bekämpfen - mit den Waffen der liebe, der Bewusstseinsbildung bei Arm und Reich und des politischen Handeins. Nur langsam kommen wir voran mit unserem großen Ziel, dass Handwerksberufsausbildung vom Erziehungsministerium finanziert und mit einem Zeugnis und Berufstitel anerkannt wird. "Aber es tut sich was" und wir werden nicht aufgeben. Deshalb haben wir eine Kommission von Unternehmern, Erziehungsexperten und Politikern gebildet, die ein Bildungsprojekt erarbeitet, das, wenn es reif ist, dem Erziehungsministerium vorgeschlagen wird.

Andererseits freuen wir uns über die enge Zusammenarbeit und das Wohlwollen der Arbeitsministerin Evelyn Matthei und ihrer Mitarbeiter. Auf ihre Ermutigung hin werden wir nächstes Jahr in den Randgemeinden Puente Alto und Pefialolen je eine Berufsschule eröffnen. Die Gebäude stellen die Stadtgemeinden zur Verfügung, das Arbeitsministerium finanziert die Ausstattung und wird die laufenden Kosten für den Unterhalt der Schulen übernehmen. Das ist für mich fast ein Wunder. Gustavo Donoso, unser langjähriger, treuer Mitarbeiter, ist der Verantwortliche. Er genießt hohes Ansehen im Arbeitsministerium.

Liebe Freunde, wie ihr wisst, ist eines meiner Herzensanliegen, möglichst den Allerärmsten unserer Gesellschaft zu einem würdigen Leben beizustehen. Nun hat mich im Mai, vor Wintereinbruch, überraschend das Sozialministerium angerufen mit der Bitte, eine Winterherberge aufzumachen, um das Erfrieren von Obdachlosen zu verhindern. Das Ministerium bot an, die Kosten für die nächsten dreieinhalb Monate zu tragen. Es war, als wär Gottes Wort an mich ergangen. Ich wusste sofort, dass unsere Schwester Teresa zu diesem Dienst bereit war und, dass unser ehemaliges Haus für Behinderte zur Verfügung gestellt werden konnte. So antwortete ich der Dame vom Ministerium, ich hätte nur eine Bedingung: wenn wir in CRISTO VIVE anfangen würden mit Obdachlosen zu arbeiten, dann würden wir sie nach dem Winter nicht auf der Strecke lassen. Wenn der eine oder andere bereit wäre, ei n neues Leben zu beginnen, würden wir uns innerlich verpflichtet fühlen, sie weiter zu begleiten.

Es kamen dann täglich um die 25 Männer und einige Frauen, einige Nächte bis zu 34 Personen, von denen viele an Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, psychatrischen Krankheiten und Straffälligkeiten leiden. Schwester Teresa lies Unmengen von gutem Essen kochen, manche Männer aßen Berge von Nudeln und dazu noch fünf Eier und hatten immer noch Hunger. Mit viel Liebe und enormen Mühen begleitete Teresa mit ihrem Team jeden Tag diese Freunde. Als wir im Oktober das " Regierungsprojekt" beenden sollten, sahen wir, dass sich 18 von ihnen, hauptsächlich junge Männer, bei uns eingenistet hatten. Sie wollten bei uns bleiben. Im Oktober und November mussten wir uns mit ihnen solidarisch über Wasser halten, aber jetzt im Dezember ist das Sozialministerium bereit, unser Haus CRISTO ACOGE für Obdachlose, die nicht mehr "auf der Straße leben" wollen, bis Juni 2013 zu finanzieren . Wir können bis zu 30 Männer und Frauen aufnehmen. Ich bin besorgt um Schwester Teresa . Ich weiß nicht, wie viele Heiratsanträge sie inzwischen bekommen hat, hahaha. Unsere lieben Freunde, immer möchte ich mit euch wichtige Erlebnisse teilen. Im September luden mich die 48 Berufsschüler von unserem Wohnheim in Bella Vista, Bolivien, zur Abschiedsfeier von Dorothea Klette'" ein, die die jungen Leute fast ein Jahr begleitet hat. Es war ein fast dreistündiges Musik- und Tanzfestival, das ich mit einem kleinen Dankgottesdienst krönen sollte. Dafür wählte ich das GleichniS vom Schatz im Acker. Nach dem Lesen des Evangeliums fragte ich Dorothea, was der Schatz ihres Lebens ist, wofür es sich am meisten lohne zu leben. Ihre spontane Antwort war: andere Menschen zu lieben. Für eine Minute war es mucksmäuschenstill im ganzen Raum ... Unsere lieben Freunde, ich wünsche euch und uns in dieser Heiligen Nacht und für das Jahr 2013, dass wir diese Liebe in unserem Herzen entdecken, die Gott in uns hinein gelegt hat und aus der wir vertrauensvoll in Fülle schöpfen können.

In dieser Liebe bleiben wir verbunden,

Karoline und Comunidad de Jesus

* Dorothea Klette ist pensionierte Studienrätin, seit 1978 mit uns verbunden und derzeit zweiter Vorstand bei CRISTO VIVE EUROPA EV.

Wenn jemand mehr und ausführlicher über unsere Arbeit erfahren möchte, freue ich mich, wenn ihr mir schreibt. Solltet ihr den Brief per Email wünschen, lasst es mich wissen. Danke!

Download des Weihnachts-Rundbriefs 2012 als pdf-Datei

Zur Erinnerung unsere Anschrift und Konto: "Cristo Vive Europa e.V." Hallertauer Volksbank e.G. Manching Kontonummer: 9670068 BLZ: 72191600

Mehr Informationen: Karoline Mayer Casilla 2943, Santiago de Chile Tel: 0056-2-6255243, karoline@fundacioncristovive.cl Zuhause:0056-2-6212003

www.cristovive.de www.fundacioncristovive.cl www.bolivienprojekt.de

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